1995 – 2000

Die 1. Mannschaft erreichte unter Trainer Jürgen Lonardoni trotz akutem Spielermangel den vor dem Abstieg rettenden 11. Tabellenplatz. Maßgebenden Anteil hatte die AH-Mannschaft, die im Gegensatz zur 1. mit keinem Spielermangel zu kämpfen hatte. Spieler der AH mussten fortan mit mehreren Spielern zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs der 1. Mannschaft einspringen. Jürgen Lonardoni verlies am Ende der Saison 95-96 den FC-Dachsberg und wechselte als Trainer zum FC-Schachen.

Im Februar des Spieljahres 1995/1996 kam die Vorstandschaft zu dem Entschluss, dass für das neue Spieljahr 1996/97 erstmalig keine 1. Mannschaft des FC-Dachsberg an der Verbandsrunde teilnehmen könne. Gründe für diese schwere Entscheidung war akuter Spielermangel, teils aus Altergründen, Verletzungen, Studium und kein Nachwuchs für die nächsten drei – vier Jahre aus den Jugendmannschaften.

In der Generalversammlung Ende April 1996 wurde Edwin Ebi zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und löste Albert Zeh nach zweijähriger Amtszeit ab. Auch der 2. Vorsitzende Michael Hackmann stellte sein Amt als stellvertretender Vorsitzender nach vier Jahren zur Verfügung. Ihm folgte Rainer Weber. Das Schriftführeramt übernahm Hartmut Matthäs von Uwe Kaiser. Das Amt des Kassiers blieb in den bewährten Händen von Martin Nier. Zum zweiten Kassier wurde Michael Hackmann gewählt.

Die neue Vorstandschaft plus ihr Jugendleiter Konrad Weber, sowie Friedolt Kaiser als eventuelle neue Trainer setzten sich zum Ziel weiterhin eine 1. Mannschaft unter allen Umständen anzumelden.

Es wurden Sondierungsgespräche mit dem SV-St.Blasien geführt, der sich in einer ähnlichen, jedoch etwas komfortablere Situation befand. (Man hatte eine Mannschaft in der Kreisliga A doch die Leistungsträger dieser Mannschaft wollten den Verein verlassen.) Die Gespräche führten aber zu keinem Ergebnis.

In Anbetracht dieser schwierigen Situation wurde eine unkonventionelle Lösung gefunden.

Friedolt Kaiser stellte sich als Trainer mit einer weit über diese Spielklasse hinausreichenden Lizenz zur Verfügung, obwohl mit dieser neuen jedoch sehr alten 1. Mannschaft keine Titel oder Lorbeeren gesammelt werden konnte.

Die AH-Spieler, welche zum Teil 5 – 10 Jahre nicht mehr regelmäßig gespielt hatten, zogen ihre Kickschuhe wieder an und bildeten mit dem verbliebenen Rest eine neue, etwas andere 1. Mannschaft.

Der Spieltag für die Heimspiele wurde mit schriftlicher Zustimmung der gesamten Staffel auf den Freitagabend verlegt, was einem Novum entsprach, denn der Freitag war kein offizieller Spieltag.

Die wenigen Spieler die sich für diesen Schritt zur Verfügung stellten waren:

Martin Nier, Torwart und Kassier, Manfred Schupp, Edwin Ebi Vorsitzender, Harald Nier, der Mann für die Gute Harmonie, Georg Böhler Jugendtrainer, Stefan Kaiser, Bruno Stich Jugendtrainer, Jürgen Nier Student in Kaiserslautern, Uwe Berger, Rolf Fletschinger Jugendtrainer, Markus Adler Jugendtrainer, Thomas Schlegel, Michael Hackmann, Paul Schlothauer, Frank Burmeister, Edin Herzegovac und für einige Spiele Jochen Haselwander und Andreas.Böhler sowie Rainer Weber 2. Vorsitzender.

Trotz dieser widrigen Umstände konnte ein Abstieg in die Kreisliga C vermieden werden.

Ebenfalls erschwerend kam hinzu, dass das Wirteehepaar Fletschinger aus Altersgründen die so liebevolle Bewirtung im Clubheim nicht mehr ausüben konnten. So wurde es die Aufgabe des 2.Vorstandes, bei den Heimspielen in Wilfingen selbst zu bewirten. Bei Jugendspielen übernahmen dies die Eltern der Spieler. Für die Heimspiele in Wittenschwand stand Rainer Weber mit Fr. Heike Krämer aus Wittenschwand, eine sehr engagierte Persönlichkeit, zur Bewirtung der Fans und Spieler zur Seite.

Nach langer Pause richtete der FC-Dachsberg wieder ein Raumschaftsturnier aus, in welchem die einzelnen Ortschaften der Region um den Dachsbergpokal kämpften.

Im Herbst 96 unternahm die 1.Mannschaft einen Ausflug zu Partnergemeinde nach St.Jean de Sixt. Mit einer bunt gemischten Truppe, angeführt von Jochen Wesel und glänzend organisiert von Jugendtrainer Werner Schaub, radelte man mit Mountain-Bikes in 4 Tagen von Wittenschwand nach Frankreich. Der sportliche Höhepunkt der Reise war eine Bergetappe der Tour de France die in einem spontanen Zeitfahren zwischen der Dachsberger Mannschaft und den Franzosen gipfelte. Der Sieg ging klar an die Dachsen, da sich der Star der Franzosen als galanter Gastgeber erwies. Die gesamte Mannschaft nebst Begleitung wurde herzlichst empfangen und verköstigt.

Die Jugendarbeit unter dem engagierten Jugendleiter Konrad Weber trägt erste Früchte. In dieser Saison konnten zwei F-Jugend-, eine E-Jugend-, eine D-Jugend- sowie eine C-Jugendmannschaft am Spielbetrieb teilnehmen. An letztere klammerte sich zu dieser Zeit die Hoffnung der 1.Mannschaft die sehnlichst gewünschte Lösung der prekären Personalsituation des Aushängeschildes der 1.Mannschaft zu bringen.

In der Saison 97/98 wurde dann die Mannschaft noch einmal verstärkt. Arnold Paukner von den Alten Herren sowie in der Rückrunde Markus Bischoff und teilweise Heiko Herrmann schnürten für die 1. Mannschaft ihre Kickschuhe.

Mit diesen Verstärkungen erreichte Trainer Friedolt Kaiser mit seiner 1.Mannschaft trotz der widrigen Personalsituation zu einem beachtlichen 5. Tabellenplatz. Nicht zuletzt deshalb, da man in dieser Saison in die Kreisliga B Staffel 5 wechseln konnte und deren Spielart offensichtlich mehr gefallen bei unseren Spielern auslöste.

Nach dieser Saison jedoch legte Friedolt Kaiser sein Amt als Trainer nieder.

Neuer Trainer wurde Arnold Paukner, ein ehrgeiziger und genialer Spieler aus den eigenen Reihen. Erwartungsgemäß blieb der Erfolg mangels Spielern aus, so dass der Trainer nach der halben Saison seinen Dienst quittierte.

Die Saison 98-99 beendete Georg Böhler und Andre Lonardoni als Spielertrainer mit einem 9. Tabellenplatz.

Dann im Februar 1999 stand das Clubheim in Flammen. Bis auf die Grundmauern brennt das erst 13 Jahre alte Clubheim nieder. Die Ursache ist bis heute ungeklärt. Vermutet wird aber ein technischer Defekt, da keine Hinweise für eine Brandstiftung durch die Brandsachverständigen gefunden werden konnten.

Alle Pokale und wertvolle Bilder zur Vereinsgeschichte wurden Opfer der Flammen.

Der Verein war heimatlos.

Die Spiele mussten alle nach Wittenschwand auf den Hartplatz verlegt werden, was der Motivation der Spieler nicht gerade zuträglich war.

In der Generalversammlung vom 17.02.2000 beschloss man den Wiederaufbau des Clubheims in Angriff zu nehmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Planungscrew, bestehend aus Konrad Weber, Friedolt Kaiser, Rainer Weber, Martin Nier, Edwin Ebi schon vier Gebäudevarianten mit dem Badischen Sportbund sowie seinen Mitgliedern durchgearbeitet.

Plan Nr.1 Rundbau: Architekt Bernhard Gibis, vom Sportbund abgelehnt.

Plan Nr.2 Eingeschossiger Langbau: Architekt Jochen Haselwander, gem. Sportbund ideal, konnte aber wegen Wald- und Grundstücksverhältnissen nicht ausgeführt werden.

Plan Nr. 3 Minimalbau: War nicht bezuschussbar

Plan Nr. 4 FC-Clubhaus: Architekt Bernhard Gibis

Bernhard (Jimmi) Gibis erstellte den Plan mitsamt der Statik wieder einmal kostenlos. Viele Vereinsmitglieder, allen voran Vorsitzender Edwin Ebi arbeiteten in tausenden von Stunden, so dass außer der Maurerarbeit und der Estrichlegearbeit alles selbst gebaut wurde. Die vielleicht größten Arbeitsbrocken dieses seitens der Dachsberger Bevölkerung viel diskutierten und heute geliebten Gebäudes die unentgeltlich ausgeführt wurden waren.

 Arbeiten ohne Entgelt am 3. Clubhaus des FC-Dachsberg

Architekt: Bernhard Gibis

Abbundplanung: Markus Keller, Wilfingen

Mauerwerksplanung: Jochen Haselwander, Urberg – Hilzingen

Abbund: Rupert Maier, Martin Nier, Edwin Ebi, C und B- Jugend FC Dachsberg

Aufrichten: Rupert Maier, Edwin Ebi, Konrad Weber, Rainer Weber

Dämmen, Verschalen, Gerüsten: Rupert Maier, Edwin Ebi, Martin Nier, Rainer Weber, Konrad Weber, Burkhard Matt, Bruno Stich, Georg Böhler

Elektro: Kurt Schupp, Heiko Stich

Heizung Sanitär: Harald Nier, Stefan Nägle

Türen, Fenster, Verkleidungen: Georg Böhler, Martin Nier

Rigipsarbeiten: Rainer Weber, Konrad Weber, Bruno Stich, Bernhard Gibis, Edwin Ebi

Putzarbeiten, Streichen: Eugen Schäuble, Hartmut Matthäs

Fliesenlegen: Bruno Stich, Rainer Weber, Konrad Weber, Michaela Knoll

Aushub und Abbruch: Firma Artur Dörflinger

Dachdecken: Firma Klaus Malzacher

Blechnerarbeiten: Firma Ludwig Ebner

Tore und Kleiderablagen: Herbert Kaiser, Ehrenmitglied

Edelstahlgeländer: Andreas Böhler, Walter Böhler

Außenanlagen: Frank Burmeister, Friedolt Kaiser, Rainer Weber, Konrad Weber

Am Ende standen ca. 12000 Arbeitsstunden und keine Schulden.

Wieder einmal bewies der FCD ein ganz besonderer Verein zu sein.

Zum guten Glück konnte Friedolt Kaiser in dieser hektischen und vom Planen und Bauen beherrschten Phase wieder als Trainer gewonnen werden.

Die damalige Devise hieß den Abstieg zu verhindern, was durch einen 11. Tabellenrang auch geschafft werden konnte.